Ein enorm wichtiger Aspekt mentaler Stärke ist die Fähigkeit, sich zum richtigen Zeitpunkt zu fokussieren. Wenn wir unsere Umwelt wahrnehmen, so geschieht das immer nur zu einem bestimmten Teil. Man kann seine Konzentration auf einzelne Objekte begrenzen, das heißt die Aufmerksamkeit nur auf diese Objekte fokussieren (konzentrieren) oder seine Konzentration auf verschiedene Objekte verteilen (distribuieren).

Im Rennsport ist die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit schnell zwischen konzentrieren und distribuieren wechseln zu können, entscheidend für schnelles und situationsangepasstes Handeln.

Der amerikanische Psychologe Nideffer stellte ein Modell zu den verschiedenen Formen der Aufmerksamkeit auf, das ich hier kurz vorstellen möchte.

Nideffer teilt die Aufmerksamkeit in 4 Bereiche ein:

  1. Extern weit
  2. Extern eng
  3. Intern weit
  4. Intern eng

Extern weit muss die Aufmerksamkeit dann sein, wenn man sich in einer fremden Umgebung neu orientieren muss. Diese Form der Aufmerksamkeit erlaubt es, schnell unterschiedlichste Informationen schnell aufzunehmen.

Beispiel: Der Kartfahrer kommt auf einen ihm noch unbekannten Rennplatz und muss sich erstmal orientieren. Wo ist die Rennleitung, wo sind die Toiletten usw.

Extern eng sollte die Fokussierung sein, wenn es darum geht, bestimmte Aspekte sehr genau zu betrachten

Beispiel: Beim Ablaufen des Rennkurses richtet sich der Fokus immer wieder auf einzelne Stellen. Wo bremse ich ein, an welcher Stelle gebe ich Gas, um mit dem richtigen Drive aus der Kurve zu kommen. Wie könnte die Ideallinie sein usw.

Intern weit bedeutet, ich beobachte meine momentanen körperliche Verfassung insgesamt. Die Aussagen dazu sind in der Regel eher unspezifisch.

Beispiel: Heute fühle ich top drauf, heute fehlt mir die Energie usw.

Intern eng ist die Aufmerksamkeit dann, wenn man sich auf einen bestimmten Punkt konzentriert

Beispiel: Konzentration auf den eigenen Atem, wie fühlt sich meine Schultermuskulatur an usw.

Ein wichtiges Ziel im mentalen Training ist es, schnell zwischen den verschiedenen Formen der Konzentration hin- und her schalten zu können, um schnell auf die unterschiedlichsten Herausforderungen reagieren zu können. Das ist lern- und trainierbar.

 

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